wien schwul Bestattungsmuseum

Bestattungsmuseum

„Bei uns liegen Sie immer richtig‟, wirbt die Bestattung Wien und bestätigt damit das Gerücht, dass wir Wiener den Tod nicht immer ganz ernst nehmen. Das Bestattungsmuseum aber setzt allein durch seine Existenz dem Klischee des morbiden Wiens die Krone auf. 1967 wurde es gegründet und war damals das erste Museum der Welt, das sich ausschließlich mit Totenkult und Bestattungsritualen beschäftigt. Am Ende der Tage „a schene Leich‟ zu sein gehörte in Wien früher zum guten Ton, heute ist ein individueller Abschied en Vogue – Falco machte es vor und ließ sich von Rockern zu Grabe tragen.

Zu den beeindruckendsten Exponaten im Museum gehört sicher der Klappsarg, den der offenbar recht pragmatische Kaiser Franz Joseph der II. einführte. Der Sarg konnte unten geöffnet werden, wodurch die Leiche ins Grab fiel und der Sarg – fast neuwertig – wieder verwendet werden konnte. Ebenso befremdlich die Leichentram, mit der in beiden Weltkriegen bis zu zwölf Särge transportiert werden können. „Nächste Haltestelle Zentralfriedhof?‟ Na Servus! Bizarr auch der Wecker für Scheintote, der am Handgelenk befestigt wurde und bei unerwarteten Regungen klingelte. Die Besichtigung ist nur im Rahmen von Führungen (täglich angeboten) möglich und wird von sympathischem, schwarz-humorigen Fachpersonal angeleitet. Aber keine Angst: Probeliegen müsst Ihr nicht. Das wurde bislang nur in der langen Nacht der Museen angeboten.