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Jüdisches Museum Wien

Wer sich intensiver mit der Geschichte des jüdischen Wiens auseinandersetzen möchte – dem sei ein Besuch im Jüdischen Museum Wien (Palais Eskeles, Dorotheergasse 11, 1. Bezirk) empfohlen. Hier geht es um Gedenken, Erinnerung und Aufklärung. Zu sehen gibt es eine der bedeutendsten Judaica-Sammlungen der Welt, Einzelobjekte, die 1938 aus jüdischen Haushalten und Bethäusern entfernt wurden (Schaudepot), Fotos, Urkunden und historische Unterlagen (Museumsarchiv) und wechselnde Ausstellungen.

Im Museum am Judenplatz (Judenplatz 8, 1. Bezirk) geht es um das mittelalterliche, jüdische Wien. Hier fand man, direkt unter dem Platz, 1995 die Grundmauern einer der größten Mittelalterlichen Synagogen Europas. Die Ruine kann man begehen, dazu gibt es ein Stadtmodell, historische Objekte und Computeranimationen. Das große Shoa-Mahnmahl am Judenplatz ist nicht zu übersehen. Es wurde von Rachel Whiteread geschaffen, 2000 enthüllt und zeigt eine nach außen gerichtete Bibliothek. Um das Mahnmahl sind die Namen jener Orte geschrieben, denen 65.000 österreichische Juden ermordet wurden. Apropos Bibliothek: Die gibt es hier auch – Talmud trifft Internet, über 40.000 Werke mit Schwerpunkt jüdischer Geschichte in Österreich und Wien. Sehenswert ist auch der Stadttempel (Seitenstettengasse 4, Besichtigung nur mit Führung, Mo-Do 11.30 bis 14 Uhr), der von Josef Kornhäusel – dem bedeutendsten Biedermeier-Architekten Wiens – 1825/26 entworfen und ausgestaltet wurde und das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (www.doew.at). Die Ausstellung beginnt bei der Vorgeschichte des Nationalsozialismus, beschäftigt sich mit Verfolgung und Widerstand während der NS-Zeit und der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit.