Schwule und gay-friendly Bälle in Wien

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Schwule, lesbische und gay-friendly Bälle in Wien

Bevor die schwule bzw. queere Ballsaison beginnt, möchten wir von Euch wissen, welche Bälle Euch in der letzten Saison am besten gefunden habt. Ihr könnt für Euer lesbischwules Lieblingsevent ganz Österreichs voten und natürlich auch Bälle hinzufügen, falls wir etwas vergessen haben.

Was wäre Wien ohne seine Bälle? Neben dem bekannten Opernball haben sich auch einige Bälle für Schwule, Lesben und Trans* ganz an die Spitze des jährlichen Ballkalenders geschoben. Seit dem Wiener Kongress 1814 ist Wien als die Welthauptstadt der Bälle bekannt. Geniale Musiker wie die Strauss-Dynastie und der Walzer haben diesem Image natürlich nicht geschadet.

Regenbogenball (c) HOSI Wien

Weltweit bekannt und von Millionen Zusehern live im Fernsehen angesehen wird natürlich das Aushängeschild der jährlichen Ballsaison: der Wiener Opernball in der Staatsoper. Aber auch der Philharmonikerball, der Zuckerbäckerball gehören zu den Highlights der Saison. Die schwule und lesbische Community ist auf diesen Zug aufgesprungen und verbindet diese ur-österreichiche Tradition mit politischen Anliegen. Wie lässt sich gesellschaftliche Normalität besser transportieren als durch gleichgeschlechtliche Tanzpaare, die zu Linswalzer über die Tanzfläche schweben, oder als Debütantinnen und Debütanten zur klassischen Fächerpolonaise den Ball eröfnnen.

(c)Hammerschmid

In einem etwas anderen Dreivierteltakt, doch nicht minder festlich, feiert das schwule und lesbische Wien den Fasching. Der schillernde Regenbogenball, der eine Benefizveranstaltung ist, findet im historischen Ambiente des Parkhotels Schönbrunn statt. Lesben, Schwule und Transgender-Personen zelebrieren ebenfalls den traditionellen Einzug des Komitees und um Mitternacht die schweißtreibende Publikumsquadrille. Eingeladen sind auch alle heterosexuellen Freundinnen und Freunde zum „Mitschweben“. Ein weiterer glamouröser Höhepunkt ist der Rosenball, zu dem die Gay-Community mit House- und Disco-Musik in das Palais Auersperg einlädt. Hier gilt nur eine Kleidervorschrift: auf jeden Fall auffallen.

Die Ballsaison in Österreich ist deckungsgleich mit der Faschingszeit, dh vom 11.11. um 11.11 Uhr bis zum Faschingsdienstag um Mitternacht gibt es alleine in Wien rund 450 Bälle. Am Aschermittwoch sollten dann die 5. Jahreszeit vorübersein und der Alltag kehrt wieder ein. Ganz so ernst nimmt man es allerdings auch im traditionsbewussten Wien nicht mehr. Viele Bälle, vor allem alternative, finden über das ganze Jahr verteilt statt, so zum Beispile der Life Ball.

Der Wiener Walzer ist nicht nur für Heteros da. Jede Menge Ballvergnügen gibt es in Wien auch für LGBT – ein Überblick über die wichtigsten Events der Ballsaison 2019.

Der Regenbogenball hat sich als klassischer Wiener Ball für LGBT mittlerweile fix im Ballkalender der Stadt etabliert und findet 2019 zum 22. Mal statt. Im Parkhotel Schönbrunn wird der Event am 26.1.2019 ganz traditionell mit einer Polonaise eröffnet. Getanzt wird zu Walzer, Fox und Samba. Disco, Regenbogenball-Casino, Live-Acts und die Publikumsquadrille um Mitternacht machen den Regenbogenball zum abwechslungsreichen Highlight der Saison.

Längst kein Geheimtipp mehr und meist schon Wochen im Voraus ausverkauft ist der Kreativball, der alternative Ball der LGBT-Szene und ihrer FreundInnen. 2019 findet er am 1. und 2.2. bereits zum 27. Mal statt. Diesmal steht er unter dem Motto „Unterm Regenbogen“.

Während am 28.2.2019 beim Opernball in der Wiener Staatsoper staatstragend im Dreivierteltakt Walzer getanzt wird, geht zeitgleich bei Miss Candys Rosenball so richtig die Post ab. Wiens bekannteste Drag Queen liefert eine fulminante Show. Die Dancefloors sind bis in die frühen Morgenstunden gut gefüllt.

Highlight der LGBT-Events des kommenden Jahres ist die EuroPride 2019, die zum zweiten Mal nach 2001 in Wien stattfindet. Von 1. bis 16.6.2019 machen Informations-, Diskussions- und Kulturveranstaltungen sowie Partys Wien zum Zentrum der europäischen LGBT-Community. Mehr als eine Million Besucher werden zu diesem Event erwartet.

Wir stellen Euch hier die Highlights der schwulen und lesbischen Ballsaison Wiens vor.

Top Results

Rathausplatz
1010 Wien
Österreich

Der Lifeball feiert 2018 sein 25. Jubiläum und wir freuen uns schon auf das Spektakel vor und im Wiener Rathaus! Foto: Life Ball / © Harald Klemm

Johannesgasse 23
Kursalon Wien
1010 Wien
Österreich

Der vielfältigste Ball des Jahres: Am 5. Mai 2018 lädt der Diversity Ball zum 11. Mal zu einer einzigartig bunten und stimmungsvollen Ball-Partynacht.

Alles Walzer

Seit der Wiener Kongress 1814/15 in die Annalen der Geschichte mit dem Wortlaut „Der Kongress tanzt!“ einging, sind die WienerInnen legendär für ihr Ballvergnügen. Was einst im Stil des Hofzeremoniells entstand, erfreut auch heute noch Gäste aus aller Welt - von Faschingsbeginn bis weit in den Sommer hinein.

Die Wiener Ball- und Tanzsaison startet mit dem Faschingsbeginn am 11. 11. jeden Jahres.. Auf den Wiener Traditionsbällen unterliegen ihre Lustbarkeiten seit jeher einer klassischen Kleiderordnung: Die Damen kommen im langen Abendkleid oder in Festtracht zum Ball, die Herren im Smoking oder Frack; mit Schleife, keineswegs Krawatte.

Die ausgefeilte Choreographie einer Ballnacht beginnt mit dem feierlichen, in Schwarz-Weiß gehaltenen Einzug des Jungdamen- und Jungherrenkomitees. Für diese zeremonielle Eröffnung durch DebütantInnen wird kein Aufwand gescheut. Wochenlang wird zur Musik der klassischen Fächer-Polonaise des k. u. k. Hofball-Musikdirektors Carl Michael Ziehrer geübt. Dieser Polonaise folgt stets ein Wiener Walzer, bevor der Tanzmeister mit dem Kommando »Alles Walzer!« den Ball für eröffnet erklärt.

Weitere Showacts und Einlagen strukturieren die Nacht. Dazu gehört die beliebte „Fledermaus“-Quadrille von Johann Strauss. Diese wird vom Publikum unter Anleitung eines Tanzmeisters ausgeführt und endet zum Gaudium aller stets in heillosem Tohuwabohu.

Als weltweit bekanntester Ball gilt der Wiener Opernball, dessen Eröffnung die Besonderheit aufweist, dass sie wie ein Staatsakt zu Kaiser Franz Josephs Zeiten zelebriert wird. Während die Fanfaren erklingen, halten VertreterInnen der österreichischen Bundesregierung Einzug. Des Opernballs kleiner Bruder ist der überaus elegante Ball der Wiener Kaffeesieder, der als einziger in allen Sälen der Hofburg stattfindet. In den Goldenen Saal des Musikvereins laden die Wiener Philharmoniker, für viele ist dies der KünstlerInnenball par excellence. Die Fest-Fanfare, die Richard Strauss eigens für diesen Ball komponierte, wird bis heute beim Einzug der Ehrengäste gespielt. Im Parkhotel Schönbrunn steigt für die LGBT-Community und ihre FreundInnen der schillernde Regenbogenball. Im Sommer findet im Wiener Rathaus mit dem Life Ball der beste und einträglichste AIDS/HIV Charity Event Europas statt.

Damit ist der Ballkalender zwar noch keinesfalls voll. Doch wo und wie auch immer in der Walzer-Stadt getanzt wird, zwei Elemente einer solchen Nacht dürfen nie fehlen: Der Kehraus in der Morgendämmerung mit einem langsamen Walzer und die kräftige Gulaschsuppe im Kaffeehaus danach!

Der Ball wird eröffnet mit dem feierlichen Einzug des Jungdamen- und Jungherrenkomitees. Die Mädchen, die erstmals einen Ball eröffnen, heißen Debütantinnen. Mit dem „Debüt geben“ hat sich ein aus der Monarchie überkommenes Ritual erhalten: die Einführung in die Gesellschaft. In langem Weiß mit dem obligaten Krönchen im Haar und den langen weißen Handschuhen schreiten sie am Arm ihres befrackten Kavaliers auf die Tanzfläche. Meistens zu den Klängen der Fächer-Polonaise des k. u. k. Hofball-Musikdirektors Carl Michael Ziehrer, das bei fast jeder Balleröffnung gespielt wird. Am Ende des feierlichen Rituals steht natürlich ein Walzer – aber bitte unbedingt linksherum getanzt!

Dieser nicht ganz unkomplizierte Anspruch ruft die Tanzschulen auf den Plan – in Wien gibt es davon über 30. Meistens sind sie es, die die Balleröffnungen organisieren, davor aber den Paaren den tänzerischen Schliff beibringen und sie anschließend in bis zu fünf Proben in die Geheimnisse der selbst entworfenen Eröffnungschoreografie einweihen. Auf die ästhetische Präzision bei den zu tanzenden Figuren wird größter Wert gelegt, führen doch die rhythmischen Bewegungen der Paare zu faszinierenden Schwarz-Weiß-Bildeffekten. Das Eröffnungszeremoniell endet bei allen Traditionsbällen mit dem Aufruf des Tanzmeisters: „Alles Walzer“. Jetzt sind alle BallbesucherInnen auf die Tanzfläche eingeladen – sogar der rechts gedrehte Walzer ist wieder erlaubt…

Quelle: WienTourismus