Mein perfekter Tag in Wien: Benno

My perfect day in Vienna

Benno ist 47 Jahre alt und wohnt seit fast acht Jahren im 5. Bezirk in Wien. Er arbeitet als Bildungsmanager, Personalentwickler und Systemischer Coach. Ursprünglich kommt er aus Burghausen an der Salzach, einer wunderschönen oberbayerischen Grenzstadt zu Österreich, unweit von Salzburg. Nach Burghausen hat Benno an den verschiedensten Orten gewohnt – lange in Berlin und Leipzig, und auch in München, Nürnberg, Frankfurt, Zürich. Inzwischen fühlt er sich in Wien recht heimisch – er hat noch nie so lange in einer Stadt gelebt wie hier. Wir haben Benno gefragt, wie für ihn ein perfekter Tag in Wien aussieht. Und ja, er hat es uns verraten – Insidertipps inklusive.

GIV: Hi Benno, danke, dass du dir für uns Zeit nimmst.

Benno: Gerne!

GIV: Zuerst zu Dir: Was machst du gerne?

Benno: Meine Hobbies sind ganz einfach: Schlafen, lieben, essen … Gut essen gehen mit Freunden, Entspannen in Thermen, Filme schauen in Programm- und Originalfassungskinos, Lesen und Menschen beobachten im Kaffeehaus, Wandern in der Stadt und in der Natur. Und reisen.

GIV: Und wohin verreist du?

Ich reise am liebsten in den Norden, zuletzt zum Gaypride nach Island, auf ein Konzert nach Manchester, zu einer Entspannungswoche nach Sylt und auf ein Filmfestival nach Oslo. Meine Lieblingsstadt ist – neben Wien – Kopenhagen: Ich liebe Skandinavien, die vielen schönen Menschen dort, die Mentalität, die Sicherheit und Infrastruktur, das Bildungsniveau, das Design, das Essen, der Klang der nordischen Sprachen. Und Kopenhagen ist für mich die lebendigste und chilligste nordische Metropole – sie vereint für mich das Beste aus Norden und Süden. Gut, das Wetter ist verbesserungswürdig, aber perfekt ist es nirgendwo.

GIV: Jetzt zu Wien, Benno. Wie fängt hier dein Tag idealerweise an? Wo gehst du gern Frühstücken?

Benno: Einen tollen und unglaublich vielfältigen Brunch zu einem guten Preis hat immer noch die VILLA (Café Willendorf) am Sonntag. Es geht bis 15 Uhr – da ich alles andere als frühaktiv bin, kommt mir das auch sehr entgegen. Ebenfalls fein ist: Ich wohne direkt gegenüber. Neuerdings habe ich für mich auch das Brunch im PENTAHOTEL VIENNA in der Margaretenstraße für mich entdeckt. Tolles Buffet zum Komplettpreis, Saft und Prosecco ist auch schon dabei. Und die Atmosphäre dieses jungen Designhotel finde ich wirklich schön. Zum Kaffeetrinken empfehle ich das CAFÉ JELINEK in der Otto-Bauer-Gasse, ein wenig abseits vom touristischen Mainstream. Die Melange ist gut, und sie haben auch ganz passable Mehlspeisen.

GIV: Wo gehst du mit Freunden zum Mittag- und Abendessen?

Benno: Was ich mittags und abends mag, ist das FINKH in der Esterhazygasse – kleine Karte, hohe Qualität mit Wiener Touch, das Ambiente hat eher Berliner Werkstattatmosphäre. Sehr cool!
Und abends gehe ich entweder auch mal wieder ins PENTAHOTEL (für mich wirklich das beste Steak in der Stadt!) oder ins SENHOR VINHO in der Schwarzhorngasse im 5ten – meines Wissens das einzige portugiesische Restaurant in der Stadt; tolles Essen, chillige Beislatmosphäre (im Sommer mit Garten), großartiger und supersympathischer Service von dem portugiesischen Brüderpaar, das das Restaurant betreibt. Einen guten Hotdog als Imbiss für zwischendurch gibt es im HAFENJUNGE, vis-à-vis Finkh in der Esterhazygasse; eine sympathische Mischung aus Kneipe, Designagentur und Überraschungsladen.

GIV: Und danach? Wo kann man abends gut was trinken?

So sehr schlage ich mir die Nächte nicht mehr um die Ohren – da merke ich dann doch langsam schon das Alter ;-) … Wenn ich später am Abend noch auf einen Drink gehe, dann am ehesten ins SAVOY oder ins VILLAGE.

GIV: Was zeigst du jedem Besucher, der zu dir nach Wien kommt?

Das MQ. Hier kann man den ganzen Tag verbringen. Und ein Ensemble dieser Art findet man sonst kaum wo. Der Ort an sich ist schön, zu jeder Jahreszeit. Man kann sich durch Ausstellungen und Events treiben lassen. Und die Gastronomie ist auch fein – zum Beispiel die HALLE oder das LEOPOLD.

GIV: Hast du sonst noch Lieblingsplätze in Wien?

Mein Bett ;-)
Mein Grätzl.
Der Naschmarkt (der ja nur ein paar Schritte von meiner Wohnung beginnt).
Und eben das MQ.

GIV: Stichwort Schlechtwetter: Was tun?

Irgendeine interessante Ausstellung, einen spannenden Film oder sonst ein Event gibt’s immer. Meine Lieblingskinos: Gartenbaukino – großartiges Premierenkino Baujahr 1960 und Hauptschauplatz der Viennale – und das Filmcasino – Programmkino im tollen 50’s Originaldesign. Bei Schlechtwetter gehe ich auch gerne in die Therme, zum Beispiel in die renovierte THERME WIEN. Der Saunabereich für Männer ist sehr fein. Und zum Essen gehen kann das Wetter übrigens auch nicht zu schlecht sein.

GIV: Wohin können wir unsere LeserInnen shoppen schicken? Hast du Tipps?

Ich gehe nicht soooo intensiv shoppen, aber einige wenige Lieblingsläden habe ich dann doch: Das NFIVE in der Neubaugasse (www.nfive.at) hat Mode für Frauen und Männer – ist nicht zu groß und hat ganz tolle Sachen – vor allem von skandinavischen Designern. Überhaupt findet man in den Seitengassen der Mariahilfer Strasse, um die Neubaugasse herum, so einiges … Sneakerläden mag ich auch gern. Ach, und natürlich liebe ich TIBERIUS (www.tiberius.at) in der Lindengasse (Latex und Leder). Oh, und nicht vergessen darf ich meinen Lieblingsbioladen BIO5 (www.bio5.at) am Margaretenplatz – auch ganz wunderbar!

GIV: Willst du unseren LeserInnen sonst noch was sagen?

Ich habe schon viel gesehen und an vielen Orten gelebt – auch nach gut zehn Jahren sage ich noch: Ich kenne kaum eine Stadt oder Region mit einer höheren Lebensqualität als Wien. Trotz allem, worüber man sich so im Alltag aufregt (Menschen in der U-Bahn, Politik, Dummheit und Unfreundlichkeit) ist die Bilanz für mich nach wie vor absolut im positiven Bereich. Und perfekt ist das Leben wohl nirgendwo auf diesem Planeten.
GIV: Vielen Dank für das Gespräch.

Ältere Interviews:

My perfect day in Vienna: Jürgen, 29
My perfect day in Vienna: Matt, 31